Züchtung von Seitlingen im Folientunnel – Teil 2

Das Fruchten von Seitlingen im Folientunnel

Die Fruchtkörper der Seitlinge entwickeln sich erst, wenn die Temperatur und die CO2 Konzentration gesenkt werden und Licht eingelassen wird. Nach dem Beenden der Inkubation legen die Pilze eine Ruhepause ein, die mehrere Tage bis wenige Wochen dauert. Die Bildung der Fruchtkörper beginnt in Abhängigkeit von der Seitlingsart nach 15 bis 35 Tagen. In dieser Zeit sollte die Temperatur konstant bei 15°C gehalten werden, aber einige Seitlingsarten benötigen Temperaturen bis 25°C, damit sie die Fruchtkörper bilden können. In dieser Phase sollten plötzliche Temperaturschwankungen vermieden werden, die die Entwicklung der Fruchtkörper hemmen oder ganz zum Stillstand bringen. Starke Temperaturabfälle, unter die in diesem Artikel angegeben Bereiche, können zur Bildung von Kondenswasser in den Fruchtkörpern führen, was die Entwicklung von Krankheiten hervorrufen kann. Die Luftfeuchtigkeit in der Phase der Fruchtkörperbildung sollte bei 90 bis 95% liegen und anschließend während des Heranreifens auf 85 bis 90% gesenkt werden. Die Einhaltung dieser Luftfeuchtigkeit wird durch Gießen oder Zerstäuben von Wasser erreicht. In automatisierten Betrieben werden dazu Nebeldüsen oder Zerstäuber eingesetzt. In kälteren Monaten wird die Luftfeuchtigkeit durch Einlass von Wasserdampf in den Luftzug reguliert und in wärmeren Monaten werde Nebeldüsen an den Ventilationseinlässen montiert. Während der Bildung der Fruchtkörper produzieren die Seitlinge große Mengen von CO2. Für die optimalen Bedingungen sollte die Konzentration von CO2 0,08% nicht überschreiten. Dieses Gas ist schwerer als die Luft und deshalb sammelt es sich hauptsächlich im Bodenbereich. Eine Stabilisation des CO2 Gehalts wird durch die Lüftung des Objekts mit Frischluft erreicht.

Folientunnel für Multikulturanbau

Folientunnel für Multikulturanbau sind mit Seitenlüftern ausgestattet, deshalb kann man mit wenig Aufwand die Folie hochkurbeln. Das führt dazu, dass die Luft von beiden Seiten des Folientunnels einströmt und gleichmäßig im Objekt vom Dach bis zum Grund der Konstruktion zirkuliert. Gute Resultate werden erzielt, wenn auf 1 m² Fläche 70 Kg Untergrund entfallen. Das garantiert eine große Anzahl an Pilzen und ausreichende Belüftung. Die Lüftung wird je nach der Größe der Zucht zwei bis vier mal am Tag durchgeführt. Eine Tonne des Untergrunds wird eine Stunde lang gelüftet und die Menge der Frischluft muss dabei etwa 60 m³ betragen. Wird zu intensiv gelüftet, sinkt die Luftfeuchtigkeit zu stark ab. Es ist wichtig, dass die Lüftung durch eine gleichmäßige Zirkulation erfolgt und die Vermischung der Luft allmählich erfolgt. Die Wiederholung des Lüftungsprozesses ist von der Innentemperatur abhängig, je höher die Temperatur ist, umso intensiver muss die Lüftung sein. Zusammen mit dem Temperaturanstieg im Folientunnel steigt auch die CO2 Konzentration. Verschiedene Arten der Seitlinge haben unterschiedliche Bedürfnisse für frische Luft. Vor dem Beginn der Zucht sollen alle Bedürfnisse der ausgewählten Art ermittelt werden.

Beleuchtung der Seitlinge unter Eindeckung

Für die richtige Bildung der Fruchtkörper und Entwicklung der Seitlinge wird natürliches oder künstliches Licht benötigt. In der ersten Entwicklungsphase der Fruchtkörper reicht eine Intensität der Beleuchtung von ca. 100 Lux über 12 Stunden am Tag aus. Wenn sie heranwachsen, muss die Intensität der Beleuchtung auf 250 Lux erhöht werden, wobei die Beleuchtungszeit auf 10 Stunden reduziert wird. Die Stellen, wo unter der perforierten Folie die Pilze entstehen, müssen vorsichtig erweitert werden, ohne dass die Fruchtkörper beschädigt werden. Die Fruchtkörper erreichen ihre volle Reife nach maximal neun Tagen, das hängt aber von der Temperatur ab. Sie wachen schneller bei höheren Temperaturen. Bis einer Größe von 10 mm werden die Fruchtkörper über ein Sieb gegossen, damit das Wasser unter dem Eigengewicht abfließt. Eine direktes Begießen mit dem Wasserstrahl führt in den meisten Fällen zur Beschädigung der Pilze. Wenn sie heranreifen, werden sie zwei bis sechs mal am Tag bewässert und die Luftfeuchtigkeit wird bei 90% gehalten.

Heranreifen der Fruchtkörper von Seitlingen

Die Seitlinge wachsen in Gruppen oder einzeln, in einer Gruppe können sich sogar einige Dutzend Fruchtkörper befinden. Der Züchter hat die Möglichkeit die Pilzentwicklung je nach Bedarf zu steuern, große Öffnungen in den Foliensäcken führen zur Bildung von Gruppen und viele kleine Einschnitte begünstigen die Bildung von einzelnen  Pilzen. Die Reife der Pilze ist nicht von ihrer Größe abhängig. Der Pilz ist reif, wenn der Hutrand scharf und der Hut gerade ist. Wenn der Rand wellig ist und der Hut die Trichterform eingenommen hat, ist der Pilz bereits überreif. Deshalb müssen die Pilze unabhängig von ihrer Größe eingesammelt werden, sobald sie reif sind. Das Einsammeln beginnt, sobald die Hutränder sich glätten. Es werden ganze Gruppen geerntet, auch wenn einige Pilze noch nicht ganz reif sind, sonst können die belassenen Pilze das Mark mit Krankheiten infizieren, wenn sie absterben. Sie werden vorsichtig eingesammelt, ohne dass der Untergrund dabei beschädigt wird, aber auch so dass keine Stielreste zurückbleiben. Vor dem Einsammeln sollte der Folientunnel gelüftet werden, damit die in der Luft schwebenden Sporen beseitigt werden. Sie werden in großen Mengen freigesetzt, wenn die Pilze bereits überreif sind, die Luftfeuchtigkeit niedrig oder der Untergrund zu sehr ausgetrocknet ist. Wir empfehlen, Schutzmasken beim Einsammeln zu tragen,  weil es vorkommt, dass die Sporen bei einigen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Nach der Ernte gehen die Seitlinge in die Hibernation über, die bis zu zwei Wochen dauern kann. Die erste Ernte fällt am besten aus, in der zweiten werden auch große Mengen eingesammelt. Danach werden die Ernten immer kleiner, daher sollte die Zucht nach dritten oder vierten Ernte beendet werden. Die fünfte und weitere Ernten haben keinen Handelswert mehr und ihr Geschmack lässt viel zu Wünschen übrig. Es besteht auch die Gefahr, dass die Pilze durch Krankheiten und Schädlinge infiziert sind. Der verbrauchte Untergrund kann als Biodünger oder Tierfutter verwertet werden. Auf keinen Fall sollte der Untergrund in der Nähe des Folientunnels belassen werden, weil dadurch das Risiko für das Auftreten von Agrophagen und Pathogenen für die folgende Zucht steigt.

Züchtung von Seitlingen im Folientunnel – Teil 1

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